Ein mehrere hundert Jahre altes Buch soll bei „Bares für Rares“ versteigert werden. Die Verkäuferin ist zunächst wenig begeistert von den Geboten. Doch dann geht die Post ab.
Da hat Detlev Kümmel extra seine weißen Handschuhe übergestreift: Auf dem Expertentisch von „Bares für Rares“ liegt ein sehr altes Buch, das der Fachmann vorsichtig durchblättert. Es befindet sich seit vier Generationen im Besitz der Familie von Jutta Kiltz und wurde gut gehütet. Während des Krieges sei es sogar im Garten vergraben worden, berichtet die 73 Jahre alte pensionierte Lehrerin aus dem niedersächsischen Weyhe. Doch jetzt möchte sie sich davon trennen – sie befürchtet, das Schätzchen könne nach ihrem Tod im Altpapier landen.
Wie Detlev Kümmel nun ausführt, handelt es sich um ein Kräuterbuch aus dem 17. Jahrhundert, das auf sehr alte Vorlagen zurückgeht: Es basiert auf Forschungen des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides, der zu Zeiten Kaiser Neros lebte und als Pionier der Pharmakologie gilt. Er begleitete das römische Heer und brachte von den Feldzügen Erkenntnisse über Pflanzen- und Heilkunde mit. Seine Erkenntnisse wurden im Laufe der Jahrhunderte von anderen Wissenschaftlern zusammengefasst, ergänzt und verbessert.
„Bares für Rares“: Die Versteigerung geht gemächlich los
Der Mediziner Peter Uffenbach übersetzte die Schriften 1610 in deutsche Sprache, das hier vorliegende Buch wurde 1614 gedruckt. Dem Alter und der zeitweisen Lagerung im Boden entsprechend ist der Zustand des Bandes schlecht. Dennoch möchte Jutta Kiltz gerne 1200 Euro erlösen. Ein Wunsch, den Kümmel für nicht unrealistisch hält: Er taxiert den Wert auf 1000 bis 1200 Euro.
Doch wird die Verkäuferin das viele Geld bekommen? Daran bestehen zunächst Zweifel, denn die Versteigerung beginnt äußerst schleppend: Lisa Nüdlings Startgebot beläuft sich auf nur 150 Euro. Gemächlich steigt der Preis in 50-Euro-Schritten an. Als nach und nach alle fünf Händler in den Poker einsteigen, entsteht aber doch noch Dynamik: Die Gebote übersteigen die 1300-Euro-Schwelle und damit sogar den Wunschpreis von Kiltz. Am Ende erhält Fabian Kahl den Zuschlag für 1300 Euro. Er ersteht das Buch für seine eigene Sammlung. Darüber ist die Verkäuferin sehr glücklich.
Dieses Happy End war nicht absehbar: „Als die Händler anfingen mit 150 Euro, habe ich gedacht: Hier bist du total verkehrt“, gesteht Jutta Kiltz hinterher. Doch am Ende wurden ihre Erwartungen sogar noch übertroffen.
„Bares für Rares“ läuft montags bis freitags von 15.05 Uhr bis 16 Uhr im ZDF.
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Author : Carsten Heidböhmer
Publish date : 2026-10-02 11:08:00
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