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Wie Christa Pike: Schon 1946 überlebte ein Todeskandidat seine Hinrichtung

Bei Christa Pike scheiterte die Exekution mit der Giftspritze – 80 Jahre zuvor überlebte schon einmal ein junger Mann seine Hinrichtung, damals auf dem elektrischen Stuhl.

Der Fall Christa Pike erschüttert die Welt. Die 50-Jährige überlebte im US-Bundesstaat Tennessee ihre Hinrichtung mit zwei Giftspritzen. Probleme bei Exekutionen gab es in der langen Geschichte der Todesstrafe der USA schon oft. Dass jedoch jemand seine Hinrichtung lebend verließ, nur einmal.

Am 3. Mai 1946 sollte in Louisiana Willie Francis hingerichtet werden. Der erst 17 Jahre alte Afroamerikaner war zum Tode verurteilt worden, weil er zwei Jahre zuvor einen Apothekenbesitzer erschossen haben soll. Francis sollte auf dem elektrischen Stuhl exekutiert werden, doch die Stromstöße reichten nicht aus, um ihn zu töten.

Zeugen berichteten, dass Francis unter der Kapuze, die man ihm über den Kopf gezogen hatte, vor Schmerzen schrie: „Nehmt sie ab! Lasst mich atmen!“ Daraufhin wurde die Hinrichtung abgebrochen. Später stellte sich heraus, dass ein offenbar angetrunkener Wärter den elektrischen Stuhl falsch aufgebaut hatte.

Mord an einem Apotheker

Francis, ein ehemaliger Mitarbeiter des erschossenen Apothekers, war erst neun Monate nach dem Mord festgenommen worden – ursprünglich wegen des Verdachts auf Drogenhandel. Als bei ihm ein Ausweis des Opfers gefunden wurde, kam er wegen Mordes vor Gericht.

Obwohl der Teenager zuvor ein Geständnis abgelegt hatte, plädierte er vor Gericht auf nicht schuldig. Seine Pflichtverteidiger riefen weder Zeugen auf noch hielten sie ein Schlussplädoyer, zudem verschwanden Beweise kurz vor Prozessbeginn. Eine komplett weiße Jury sprach das Todesurteil gegen ihn aus.

Willie Francis wurde im zweiten Versuch hingerichtet

Die gescheiterte Hinrichtung sorgte für eine juristische Auseinandersetzung darüber, wie weiter mit Francis verfahren werden sollte. Der Anwalt Bertrand DeBlanc argumentierte, dass eine zweite Hinrichtung eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung darstelle, wie sie in der US-Verfassung verboten sei. Auch würde sie gegen das Verbot der Doppelbestrafung verstoßen.

Der Fall ging bis zum Obersten Gerichtshof, der schließlich die Erlaubnis für eine erneute Exekution gab. Am 9. Mai 1947, etwas mehr als ein Jahr nach der gescheiterten Hinrichtung, starb Willie Francis auf dem elektrischen Stuhl in St. Martinville, Louisiana.



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Publish date : 2026-10-04 14:57:00

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