Miley Cyrus trauert um ihre Patentante Dolly Parton. Was die beiden verband, auf welch altmodische Art sie kommunizierten und warum Parton sich für „Mileys gute Fee“ hielt.
Sie wolle, das verfügte Dolly Parton vor ihrem Tod, in den für sie typischen glitzernden High Heels beigesetzt werden – und eingebettet in „schöner, weicher Baumwolle“, wie ihr Neffe Bryan Seaver jetzt erzählte. „Dolly trug ihr Leben lang schwere Strasssteine, sie hat es verdient, es bequem zu haben“, sagte Seaver.
Er hatte von Parton die Aufgabe bekommen, die Welt über ihr Ableben zu informieren. Die Country-Ikone starb am 25. August nach einem „mutigen, kurzen Kampf gegen den Krebs“, wie ihre Familie verlauten ließ. Dolly Partons Beisetzung soll in den kommenden Tagen in Nashville stattfinden – im Rahmen einer „privaten Zeremonie für die engste Familie“. Zu der zählt auch ihre Patentochter Miley Cyrus, wenngleich Parton und sie nicht blutsverwandt sind. Doch die Beziehung der beiden Sängerinnen ist eine der berühmtesten Verbindungen des amerikanischen Showbusiness.
Dolly Parton war mit Cyrus’ Vater auf Tournee
„Ich kann es nicht fassen, dass wir die reinste Seele verloren haben. Ruhe in Herrlichkeit, Dolly. Mein Herz schmerzt“, schrieb Cyrus jetzt auf X. Ihr Name ist seit ihrer Geburt mit dem von Parton verbunden: Es gibt kaum eine Geschichte über sie, in der nicht steht, wessen Patenkind sie ist. Und Cyrus’ Karriere begann früh. Sie war schon als Kind ein Disneystar, so wurde auch Parton viele Jahre immer wieder auf sie angesprochen. „Ich kenne Miley, seit sie ein Baby war“, sagte Parton einmal in einem Interview mit „Good Morning America“. „Ihr Vater ist ein Freund von mir. Als sie geboren wurde, sagte er: ‚Du musst ihre Patentante werden.‘ Und ich sagte ja.“
Miley Cyrus kam 1992 zur Welt. Ihr Vater Billy Ray Cyrus, wie Dolly Parton in der Countrymusik zu Hause, war damals gerade mit seinem Hit „Achy Breaky Heart“ berühmt geworden und mit Parton auf Tournee. Dolly und Baby Miley entwickelten ein inniges Verhältnis. „Ich bin so stolz auf Miley, liebe sie, und sie ist für mich wie eine eigene Tochter“, schwärmte Parton. Sie selbst hatte ja keine Kinder. „Du musst Opfer bringen“, erzählte sie einmal. „Ich denke, dass ein großer Teil meines Erfolgs darin besteht, dass ich die Freiheit hatte, zu arbeiten.“ Mit Miley Cyrus aber war da plötzlich ein Kind, mit dem sie gemeinsam arbeiten konnte.
Denn Cyrus machte sich auf, als Sängerin in die Fußstapfen von Parton und ihren kristallbesetzten Schuhen zu treten. „Miley hat mich vieles gefragt, viele Dinge mit mir besprochen“, sagte sie einmal im Gespräch mit dem Moderator Howard Stern. „Sie ist sehr klug. Sie hat ein gutes Gespür für das Geschäft, und ich finde, dass Miley ein unglaubliches Talent ist.“
Es gibt eine Menge gemeinsamer Auftritte der beiden, die in den USA unvergessen sind. Etwa ihr Duett, das Dolly Parton und Miley Cyrus 2010 bei einem TV-Special sangen, mit dem Parton den 25. Geburtstag ihres Vergnügungsparks „Dollywood“ feierte: Die beiden gaben ihren Klassiker „Jolene“ zum Besten, der durch Cyrus eine ganz neue Frische bekam. 2019 wiederholten sie das Duett bei der Grammy-Verleihung, sehr zur Freude von Lady Gaga, Alicia Keys und Michelle Obama, die damals zugegen waren.
2023 moderierten Parton und Cyrus an Silvester für den Sender NBC „Miley’s New Year’s Eve Party“ – ein „Höhepunkt meines Lebens“, wie Parton hinterher sagte, „während der Proben musste Miley weinen.“ Sie beide hätten so gut miteinander harmoniert, „dass das starke Emotionen bei uns auslöste. Als wir dann ‚I Will Always Love You‘ anstimmten, liefen Miley einfach die Tränen über das Gesicht – es war unglaublich bewegend.“
Doch die beiden sangen nicht nur zusammen: Parton war mehrmals als „Aunt Dolly“ in Cyrus’ Disneyserie „Hannah Montana“ zu sehen, die von 2006 bis 2011 ausgestrahlt wurde. „Dank Miley habe ich damals eine ganz neue Fangemeinde gewonnen, die auf mich aufmerksam wurde“, so Dolly Parton. „Diese kleinen Kinder, die ihre Fans waren – oder Fans der ganzen Serie –, und mittendrin ich: Mileys gute Fee.“
Als es in diesem Jahr im US-Fernsehen ein Special zum 20. Jubiläum der Serie gab, wurde Miley Cyrus natürlich auch auf Dolly Parton angesprochen. „Einer der besten Ratschläge, die sie mir je gegeben hat, lautete: ‚Fang an, etwas zu bewerben, noch bevor es überhaupt existiert; wenn die Leute erst einmal begeistert sind, lässt es sich leichter verwirklichen‘“, erzählte Cyrus.
Allerdings, auch das weiß Miley Cyrus zu berichten, sei die Kommunikation mit Dolly Parton nicht immer ganz einfach gewesen – wie das halt so ist zwischen Jung und Alt, wenn nicht immer alle technisch auf einem Level sind: „Wenn ich mich mit Dolly abstimme, läuft das immer noch per Fax. Sie schickt ein Fax, dann scannt jemand das Fax und schickt es mir dann.“
„Ich bekam ein Fax. Sie war begeistert“
Cyrus erinnerte sich daran, wie sie 2021 als Gast bei „Saturday Night Live“ eine Version von Partons Song „Light of a Clear Blue Morning“ sang. „Ich bekam ein Fax. Sie war begeistert. Dolly liebt es, wenn ich meinen Fans Musik auf eine Weise nahebringe, die authentisch für mich ist. Dolly will nicht, dass man nur kopiert und einfügt. Sie möchte, dass die Leute ihre eigene Persönlichkeit in ihre Musik einbringen; denn genau das ist es, was Dolly so beliebt gemacht hat.“
Das wird Miley Cyrus von Dolly Parton bleiben. Und eine Dolly-Puppe in Originalgröße: Die schenkte Parton ihr zu einem der letzten Weihnachten, angefertigt nach ihren Maßen und in ihrem Outfit. Für immer glitzernd.
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Author : Ulrike von Bülow
Publish date : 2026-08-26 18:00:00
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