Der Umbau des Waldes weg von der Kiefer hin zu Mischwald geht dem Bund für Umwelt und Naturschutz nicht weit genug. Umweltministerin Mittelstädt verweist auf Pläne, den Umbau zu verbessern.
Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt will den Waldumbau verbessern und weist Kritik des Umweltverbands BUND zurück. « Die anstehende Novellierung des Landesjagdgesetzes verfolgt unter anderem auch die Absicht, durch ein gezieltes Jagdmanagement den Waldumbau voranzubringen », sagte Mittelstädt der Deutschen Presse-Agentur. Dazu würden intensive Gespräche mit allen beteiligten Interessengruppen geführt. Dabei geht es darum, die Schäden durch Verbiss zu senken, wenn etwa Rehe und Hirsche die Triebe junger Bäume fressen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) befürchtet in Brandenburg mit der neuen SPD/BSW-Landesregierung einen Rückschritt beim Naturschutz und fordert mehr Tempo für den Umbau des Waldes. « Wird der Waldumbau im gleichen Tempo vorangetrieben, so würde er 234 Jahre andauern », kritisiert er.
Fast 1.000 Hektar Wald wurden 2024 umgebaut
Das Umweltministerium förderte im vergangenen Jahr den Waldumbau nach eigenen Angaben mit 6,6 Millionen Euro. Damit seien knapp 1.000 Hektar Wald umgebaut werden. Ein Sprecher sagte, der Waldumbau sei ein zeitintensiver Prozess, der sich nicht nach Jahren, sondern nach Jahrzehnten bemesse.
Rund 500.000 Hektar Monokulturen müssen nach Angaben des Ministeriums umgebaut werden, um den Wald widerstandsfähiger zu machen. Brandenburg hat 1,1 Millionen Hektar Wald, die Kiefer dominiert mit rund 69 Prozent. Der Anteil des Waldes mit starken Schäden verdoppelte sich 2024 im Vergleich zum Jahr zuvor auf knapp ein Drittel.
Teure Zäune für den Waldumbau
Das Ministerium zieht eine natürliche Verjüngung wegen des Klimawandels und hoher Kosten für den aktiven Waldumbau der Pflanzung und der Saat vor. Mit Zaunschutz würde der aktive Umbau laut Ressort rund 7,5 Milliarden Euro kosten, während die Naturverjüngung fast kostenneutral sei. Eine Waldverjüngung ohne teure Wildschutzzäune gilt aber in Brandenburg als nahezu unmöglich zu realisieren.
Source link : https://www.stern.de/gesellschaft/regional/berlin-brandenburg/widerstandsfaehiger-wald–ministerin-mittelstaedt-verteidigt-sich-gegen-umweltverband-35605982.html
Author :
Publish date : 2025-04-02 10:07:00
Copyright for syndicated content belongs to the linked Source.