Wann sich eine Reiseversicherung lohnt, wann eher nicht und wer oft schon unbewusst abgesichert ist.
Der Sommerurlaub ist gebucht und eigentlich ist alles für die Reise bereit. Doch plötzlich kommt die Überlegung auf: Brauche ich eine Reiseversicherung? Gerade bei teuren Reisen kann eine Absage kurz vor Reiseantritt schnell mehrere tausend Euro kosten. Die wichtigsten Überlegungen kurz vor der Hauptsaison.
Die wichtigste Regel lautet: Zusätzlicher Schutz lohnt sich nicht für alle gleichermaßen. Während manche Reisende von einer Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherung profitieren können, zahlen andere oft unnötig für Leistungen, die sie längst über andere Verträge abgedeckt haben oder die sie gar nicht benötigen.
Welche Reiseversicherungen sind am wichtigsten und für wen lohnen sie sich?
Laut der Verbraucherzentrale ist die Auslandskrankenversicherung die zentrale Absicherung. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen im Ausland oft nur eingeschränkte Leistungen. Eine private Auslandskrankenversicherung ist bereits für wenige Euro pro Jahr erhältlich und deckt unter anderem Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, Medikamente und medizinisch notwendige Rücktransporte ab.
Eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung kann ebenfalls sinnvoll sein, vor allem bei hochpreisigen Reisen wie Fernreisen, Kreuzfahrten oder Rundreisen. Auch Familien profitieren oft davon, da sie durch kleine Kinder häufiger von spontanen Krankheiten und Ausfällen betroffen sind. Die Versicherung greift jedoch typischerweise nur bei schweren Erkrankungen, Unfällen, Todesfällen in der Familie oder erheblichen Schäden am Eigentum.
Dabei sind die Fristen wichtig: Laut « Finanztip » muss die Versicherung bei länger im Voraus gebuchten Reisen meist spätestens 30 Tage vor Reisebeginn abgeschlossen werden. Bei Last-Minute-Buchungen bleiben oft nur ein bis drei Tage Zeit.
Ein Abschluss lohnt sich jedoch nicht immer. Bei günstigen Wochenendtrips oder Flügen mit niedrigen Stornokosten ist das finanzielle Risiko oft überschaubar. Wer den Verlust problemlos selbst tragen könnte, braucht häufig keine zusätzliche Police.
Außerdem sind viele Reisende bereits abgesichert, ohne es zu wissen. Premium-Kreditkarten enthalten oft Reiseversicherungen – allerdings nur, wenn die Reise mit der Karte bezahlt wurde. Auch bestehende Verträge, zum Beispiel für Hausrat, Haftpflicht oder Kfz, können einzelne Risiken bereits abdecken. Es lohnt sich also, einen genaueren Blick in die bestehenden Policen zu werfen.
Von sogenannten Rundum-sorglos-Paketen raten Verbraucherschützer eher ab. Sie enthalten oft unnötige Zusatzversicherungen, zum Beispiel für Reisegepäck, Reiseunfälle oder die Reisehaftpflicht, und verlängern sich teilweise automatisch. Zudem fallen bei manchen Tarifen hohe Selbstbeteiligungen an.
Wer mit dem eigenen Auto verreist, sollte eher an einen Autoschutzbrief denken. Bei der Anmietung eines Autos im Ausland empfiehlt sich zusätzlich eine sogenannte « Mallorca-Police », die die oft niedrigen Haftpflichtsummen im Ausland auf deutsches Niveau anhebt.
Am Ende bleibt vor allem die entscheidende Frage: Würde ein Ausfall der Reise die eigene Haushaltskasse ernsthaft belasten? Wenn ja, kann eine Reiseversicherung sinnvoll sein, wenn nicht, ist sie oft verzichtbar.
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Publish date : 2026-06-01 19:06:00
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