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Ibiza, Mallorca und Co.: Hufeisennattern auf den Balearen – die Invasion der schwimmenden Schlangen

Ibiza, Mallorca und Co.: Hufeisennattern auf den Balearen – die Invasion der schwimmenden Schlangen

Sie ist reizbar, aber ungefährlich. Für den Menschen. Doch der Ibiza-Mauereidechse setzt die Hufeisennatter zu. Und weil die Schlange hungrig ist, lernt sie nun zu schwimmen.

Auf Ibiza tummeln sich viele Arten, die dort zwar nicht heimisch, aber ziemlich verbreitet sind. Sehr viele von ihnen gehen freiwillig ins Wasser, die wenigsten jedoch, um zur nächsten Insel zu schwimmen. Anders die Hufeisennatter: Die Schlange von beachtlicher Länge mag es eigentlich trocken und bedeckt, wird aber immer häufiger in der Nähe von Fincas, Gärten und sogar an Stränden gesichtet.

Für Touristen und Bewohner sind die rund anderthalb bis zwei Meter langen Reptilien trotz ihrer Reizbarkeit eher ungefährlich. Dennoch sorgen sich die lokalen Landwirte und Naturschützer. Denn die Tiere sind auf Ibiza und Formentera, dabei, den gesamten Bestand der einheimischen und ikonischen Mauereidechse aufzufuttern. Außerdem lernen sie, über das Meer zu den Nachbarinseln zu gelangen.

Vom spanischen Festland nach Ibiza

Es ist wohl der Hunger, der die Reptilien ins Wasser treibt. Denn eigentlich ist die Hufeisennatter auf dem Festland rund um das südliche Mittelmeer zu Hause. Auf die Balearen sind sie Anfang des Jahrtausends gelangt, vermutlich im Wurzelwerk von Zierolivenbäumen.

Da die Tiere dort keine natürlichen Feinde, aber üppige Beute vorfanden, konnten sie sich hervorragend ausbreiten. Schätzungen zufolge haben sie 90 Prozent der Pityusen, also von biza und Formentera, besiedelt sowie eine Reihe der rund 40 umliegenden Eilande. Auf zehn dieser Inseln sind die einzigartigen türkisblauen Pityusen-Eidechsen bereits verschwunden. Der Verlust ist Experten zufolge irreversibel.

Auch auf Mallorca gedeiht die invasive Schlangenart prächtig, nur nach Menorca haben sie es bislang noch nicht geschafft. Auf beiden Inseln kommt die Mauereidechse allerdings schon seit vielen Jahrhunderten nicht mehr vor. Dort müssen sich die Hufeisennattern mit Kleinsäugern und Vögeln zufriedengeben.

Ist die Hufeisennatter ein abenteuerlustiger Charakter?

Über die Gründe, warum die Reptilien plötzlich begonnen haben, sich über den Wasserweg auszubreiten, können Forscher nur Vermutungen anstellen: Weil die Mauereidechsen auf Ibiza verschwunden seien, „suchen die hungrigen Schlangen nach Nachschub und deshalb womöglich ihr Glück im Wasser“, heißt es in einer Studie des Instituts Creaf.

Da die Tiere aber vermutlich nicht wissen, dass es auf einem Stückchen Land hinter dem Horizont leckere Echsen gibt, halten es die Forscher auch für möglich, „dass die Hufeisennatter einfach nur ein abenteuerlustiger Charakter“ sei, wie es in dem Papier weiter heißt.

Schlangenbekämpfer auf Ibiza, Mallorca und Co.

Wer auf den Balearen oder auf dem spanischen Festland einer Hufeisennatter begegnet, so wie nun Badegäste an der Playa de Palma, sollte nichts weiter tun, als sich ruhig zu verhalten und sich langsam zu entfernen. Markant an den Tieren ist ihr braunes Kettenmuster. Die Schlange ist ungiftig, eine Bisswunde kann sich aber entzünden. Am besten ist es, die Natter zu melden. Professionelle Schlangenbekämpfer nehmen sich auf den Balearen der Tiere an.



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Publish date : 2026-06-02 15:47:00

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