Wer seinen Job verliert, braucht heute deutlich mehr Geduld. Der Weg zurück in Arbeit ist der Regionaldirektion zufolge steiniger als vor der Pandemie.
Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz zieht an. Während Jüngere schneller wieder Fuß fassen, kämpfen Ältere oft länger um eine neue Stelle. Entspannung ist wohl vorerst nicht in Sicht. Fünf Lehren aus 2025:
1. Arbeitslosigkeit ist ein Thema
Im vergangenen Jahr stieg die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz. Im Jahresdurchschnitt waren 126.100 Frauen und Männer ohne Job, wie die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland mitteilt. Zum Vergleich: 2024 waren es 120.600. Die Aussichten bleiben verhalten: Für 2026 rechnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung mit einem leichten Anstieg.
2. Der Weg zurück in den Job kann steinig sein
Wer arbeitslos wird oder ist, braucht mehr Geduld als früher. Die sogenannte Abgangschance – also die Wahrscheinlichkeit, aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder eine Stelle zu finden – stagnierte 2025 bei 6,0. Vor der Pandemie lag sie mit 7,9 deutlich höher. Das bedeutet: Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen nicht explodiert, dauert der Neustart im Beruf seine Zeit.
3. Bildung entscheidet mit über Chancen
Qualifikation bleibt der wichtigste Schutz. Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung beendeten im Schnitt nach 166 Tagen die Arbeitslosigkeit. Hingegen gelang Menschen mit Ausbildung die Beschäftigungsaufnahme schon nach 132 Tagen. « Individuelle Weiterbildung ist der Schlüssel für ein stetes Berufsleben », sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahlen geben ihr recht.
4. Zeit ist nicht für alle gleich
Im Durchschnitt dauerte die Arbeitslosigkeit 2025 in Rheinland-Pfalz 148 Tage – zwölf Tage mehr als im Jahr zuvor. Hinter dieser Zahl verbergen sich große Unterschiede. Jüngere unter 30 Jahren fanden nach durchschnittlich 116 Tagen wieder Arbeit. Für Menschen ab 50 dauerte es mit 170 Tagen deutlich länger. Der Arbeitsmarkt interessiert sich für das Alter, Erfahrung allein reicht oft nicht.
5. Prävention beginnt früh und hört nie auf
Berufsorientierung und Ausbildung dürfen kein Notfallinstrument sein. « Je besser Menschen qualifiziert sind, umso besser sind ihre Chancen am Arbeitsmarkt », sagt Heidrun Schulz. « Daher gehen wir den Weg weiter, junge Menschen schon mit frühzeitiger Orientierung zu sensibilisieren. » Beraterinnen und Berater der Arbeitsagenturen helfen im weiteren Verlauf bei Qualifizierung.
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Publish date : 2026-01-18 02:30:00
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