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Archäologie: Königspfalz Helfta soll wieder erlebbar werden

Archäologie: Königspfalz Helfta soll wieder erlebbar werden

Die archäologischen Grabungen auf dem Gelände der ehemaligen Königspfalz Helfta sollen weitergehen. Gleichzeitig soll hier in den nächsten vier Jahren ein touristischer Erlebnisort entstehen.

Die Königspfalz Helfta bei Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz) wird auch in diesem Jahr weiter archäologisch untersucht. Die neuen Grabungen und deren nachfolgende Auswertung stehen im Zusammenhang mit der touristischen Entwicklung des Geländes der einstigen Pfalz bis 2030. « Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund 8,9 Millionen Euro. Davon werden mit 1,3 Millionen Euro die weiteren Grabungen finanziert. Das Geld kommt aus dem Strukturentwicklungsprogramm « Sachsen-Anhalt REVIER 2038″ », sagte der Bürgermeister von Eisleben Carsten Staub. « In diesem Jahr wird mit der Erneuerung der Straße zum Pfalzgelände begonnen, die eigentlichen Arbeiten sind dann ab 2027 geplant. »

Weitere Grabungen auf der Königspfalz Helfta

Im Mittelpunkt der geplanten Grabungen stehen weitere Gebäude der ottonischen Pfalz und der karolingischen Burg, früh- bis spätmittelalterliche Befestigungen, weitere Gräber sowie die ausgedehnten Vorburgen. « Die wiederentdeckte Königspfalz Helfta hat weit über Sachsen-Anhalt hinaus historische Bedeutung als wichtiger Herrschaftsort der Ottonen », sagte Landesarchäologe Harald Meller. 

« Wir freuen uns sehr, mit der Lutherstadt Eisleben einen engagierten Partner gefunden zu haben, dem die Erforschung, Bewahrung und Sichtbarmachung dieses für das kulturelle Erbe der Region und Mitteleuropas zentral wichtigen Ortes am Herzen liegt. Die geplanten Forschungen werden unserem Bild der Ottonenzeit weitere wichtige Puzzleteile hinzufügen. »

Besucherzentrum und Aussichtsturm geplant

Im Zentrum des Vorhabens soll ein Besucherzentrum stehen, das über die Ausgrabungen und Funde informiert. Ebenso ist ein interaktives 3D-Modell des Königspalastes vorgesehen. Weiterhin in der Planung: ein Amateurgrabungsfeld für Kinder und Jugendliche, eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen, ein Picknick-Bereich, ein Spielplatz sowie ein Kinoraum im Besucherzentrum. Die Umrisse der ehemaligen Pfalz sollen mit einem Spezial-Zaungeflecht sichtbar gemacht werden, geplant ist zudem eine spezielle Beleuchtung. Ein Aussichtsturm aus Metall wird an der Stelle entstehen, an der sich der Bergfried der im 12. Jahrhundert erbauten Burg Helfta befand.Eine Königspfalz war ein Aufenthalts- und Herrschaftsort für die im Mittelalter herumreisenden Herrscher. Aus dem 10. Jahrhundert sind zwei Aufenthalte Kaiser Ottos des Großen (912-973) und seines Sohnes, Kaiser Otto II. (955-983), in Helfta nachgewiesen.

Funde werden wissenschaftlich ausgewertet

Seit 2021 graben Archäologen die Überreste der Pfalz aus. Zum Vorschein kamen unter anderem Kirche, Palast und mehrere Grubenhäuser. Archäologen legten über 250 Bestattungen im Inneren der Kirche sowie auf dem angrenzenden Friedhof frei, die vom 10. bis ins 12./13. Jahrhundert datieren. Im Jahr 2022 fanden Archäologen die Reste des repräsentativen Hauptgebäudes der Pfalz. Spätere Befestigungen und ein Rechteckturm zeugen zudem von einer hoch- und spätmittelalterlichen Burganlage, die bis ins 15. Jahrhundert schriftlich erwähnt wird.

Neben den baulichen Befunden förderten die Grabungen reiches Fundmaterial aus dem 8. bis 15. Jahrhundert zutage, darunter Keramik, Fibeln, Schmuck, Münzen und das Fragment einer Kirchenglocke. Die Funde werden derzeit wissenschaftlich ausgewertet.



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Publish date : 2026-02-18 13:25:00

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