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Flüchtlinge: Pläne für vier weitere Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkünfte

Flüchtlinge: Pläne für vier weitere Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkünfte

In Mecklenburg-Vorpommern kamen 2024 weniger Flüchtlinge an als in den beiden Vorjahren. Doch es gibt weiteren Bedarf an Sammelunterkünften. Dagegen regt sich Widerstand.

Der Widerstand gegen die Einrichtung weiterer Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in Städten und Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns bleibt hoch. Im Landkreis Rostock forderte der Kreistag die Verwaltung jüngst per Beschluss auf, die laufenden Planungen für eine solche Unterkunft auf einem alten Werksgelände in Ziesendorf auszusetzen. 

Auch in Schwerin regt sich Widerstand gegen die Einrichtung einer weiteren Gemeinschaftsunterkunft in einem Plattenbaugebiet mit ohnehin schon hohem Migranten-Anteil. Mittels Bürgerentscheid soll das Vorhaben gestoppt werden. 

Wie das Innenministerium in Schwerin auf Anfrage mitteilte, liegen derzeit landesweit konkrete Planungen für vier weitere Gemeinschaftsunterkünfte vor. Neben Ziesendorf noch für Selmsdorf und Gadebusch (Nordwestmecklenburg) sowie Niepars (Landkreis Vorpommern-Rügen). Die Auswahl der Standorte liege in der Zuständigkeit der sechs Landkreise und beiden kreisfreien Städte, hieß es. 

Wegen des allgemein knappen Wohnraums in vielen Kommunen komme solchen Sammelunterkünften große Bedeutung bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu. Das Land selbst verdoppelt nach Angaben von Innenminister Christian Pegel (SPD) die Kapazität seiner Erstaufnahmeeinrichtungen auf 2.400 Plätze.

Mehr als 10.000 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften

Kreise und Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern unterhalten laut Ministerium derzeit insgesamt 60 Gemeinschaftsunterkünfte. Je nach Größe sind dort zwischen 50 und knapp 400 Menschen untergebracht. Die Platzkapazitäten summieren sich den Angaben zufolge auf fast 10.500. Belegt sind derzeit zwei Drittel der Plätze. Um familiären, ethnischen oder religiösen Unterschieden Rechnung zu tragen, werde eine Auslastung von nicht mehr als 75 Prozent angestrebt, hieß es. 

Für bundesweites Aufsehen hatten die lange anhaltenden Proteste gegen das Containerdorf für Flüchtlinge im nordwestmecklenburgischen Dorf Upahl gesorgt. Dort – wie in vielen anderen Gemeinden – fühlten sich die Bewohner mit ihren Bedenken, Sorgen und Ängsten von der Politik nicht ernst genommen. Der Protest hatte dazu geführt, dass die Zahl der Plätze dort von 400 auf 250 reduziert wurde. 

Mangelhafte Kommunikation der Behörden vor Beginn solcher Projekte hatte immer wieder für Kritik gesorgt und Spekulationen Vorschub geleistet. Der Städte- und Gemeindetag macht das Thema daher zum Inhalt einer Bürgermeisterkonferenz am Mittwoch in Schwerin.



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Publish date : 2025-02-26 05:00:00

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