Das Spiel geht zwar verloren, die HSG Wetzlar feiert aber dennoch den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga. Der Dank geht nach Leipzig.
Spannung, Leidenschaft, Dramatik und am Ende ein Freudentanz: Die HSG Wetzlar hat sich im letzten Moment den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga gesichert. Die Mittelhessen verloren zwar gegen den deutschen Meister SC Magdeburg mit 30:31 (17:17), profitierten aber von der Niederlage des direkten Kontrahenten GWD Minden beim bereits abgestiegenen SC DHfK Leipzig.
„Der Sieg von Leipzig bedeutet für uns die Welt“, sagte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp auf „Dyn“. Er sei dankbar, aber auch demütig. „Wir wissen, dass es eine sehr schwere Saison für uns war, in der wir auch Fehler gemacht haben. Dennoch werden wir jetzt feiern und die Hütte abreißen“, betonte er.
Wetzlar auch im 29. Jahr in der Bundesliga
Wetzlar bleibt damit auf dem 16. Tabellenplatz und spielt auch im 29. Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse. Die punktgleichen Mindener müssen nun gemeinsam mit Leipzig den Gang in die 2. Liga antreten. Bester Werfer vor 4.421 euphorischen Zuschauern in der ausverkauften Wetzarer Buderus Arena war Dominik Mappes mit neun Toren.
Von Beginn an nahmen die Hausherren ihre Herzen in die Hand und boten dem deutschen Meister Paroli. Vor allem der frühere schwedische Weltklasse-Keeper Andreas Palicka war der erhoffte Rückhalt. Vorn nutzten die Hausherren meist ihre Chancen und waren so trotz fünf Zeitstrafen ein ebenbürtiger Gegner.
Gänsehaut bei Leipzig-Ergebnis
Nach der Pause blieb es eine Partie auf Augenhöhe. Die Führung wechselte hin und her. Die Hausherren agierten teilweise im Angriff aber zu hektisch und vergaben so klarste Chancen. Palicka und später in der Crunchtime auch Anadin Suljakovic hielten mit ihren Paraden das Match aber weiter offen.
Als zwei Minuten vor dem Ende der Sieg Leipzigs feststand, brandete Jubel in der Halle auf. „Ich hatte sofort Gänsehaut. Es ist alles abgefallen. Das war ein schönes Gefühl“, sagte Mappes. Aktuell fühle er ziemliche Lehre und Erleichterung zugleich. „Es war so viel Druck, es war Kopfkino. Wir haben das ausgeschaltet und eine unserer besten Saisonleistungen gezeigt“, sagte er.
Personeller Umbruch
Trotz des Klassenerhalts steht bei Wetzlar personell ein Umbruch an. Zahlreiche Spieler, deren Verträge auslaufen, könnten den Verein verlassen. Fest stehen die Abgänge von Filip Vistorup, Justin Müller und Palicka. Philipp Ahouansou wechselt womöglich zum TVB Stuttgart.
Petter Överby (THW Kiel), Marti Soler und Laszlo Bartucz (beide MT Melsungen) sowie Doruk Pehlivan (HC Elbflorenz) und Paul Komenhans (TV Hüttenberg) kommen neun hinzu. Sie haben bei den Grün-Weißen liga-unabhängige Verträge unterschrieben.
Die MT Melsungen spielte beim Saisonfinale 32:32 (15:16) beim TSV Hannover-Burgdorf. Der European-League-Sieger beendet die Saison damit auf dem siebten Tabellenplatz.
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Publish date : 2026-06-07 15:23:00
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